DER DURCHBRUCH.

 

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Somatische Marker sind unsere persönlichen Ratgeber

Somatische Marker nehmen uns das Denken nicht ab. Sie helfen uns beim Denken, indem sie einige (gefährliche oder günstige) Wahlmöglichkeiten ins rechte Licht rücken und sie rasch aus allen weiteren Überlegungen ausklammern. Sie können sich das Ganze als ein automatisches System zur Bewertung von Vorhersagen vorstellen, dass die außerordentlich verschiedenen Szenarien Ihrer Zukunft beurteilt, ob sie es wünschen oder nicht. Es handelt sich gewissermaßen um einen Tendenzapparat.“
[Antonio R. Damasio: „Descartes´ Irrtum“ / Paul List Verlag, 1995]

Denken kann der Bauch zwar nicht, aber er fühlt und erinnert sich. Dazu braucht er keine konkreten Informationen, keine abgelegten Gedanken an Vergangenes, keine Träume und keine direkten Emotionen. Keine einzige dieser gespeicherten Erfahrungen ist konkret abrufbar. Doch die psychosomatischen Markierungs-punkte, die somatischen Marker, geben uns einen Vorgeschmack auf das kommende Befinden. Das Bauchgefühl drängt die Kopfhirnentscheidungen dann in eine bestimmte Richtung, nachdem der Bauch die Emotion an den Kopf gemeldet hat.

Intuition: Sie werden jetzt denken, klar, das kenne ich. Das ist nichts weiter als Intuition. Falsch! Das, was Sie als Intuition im Körper spüren, ist nichts anderes als gespeicherte Vergangenheit. Was durch einen aktuellen Vorgang, ein Problem meistens, nach oben kommt. Das Fatale ist nun, das Sie dieses aktuelle Problem mit ihren Erfahrungen aus der Vergangenheit lösen wollen, intuitiv eben. Und so sieht die Lösung dann aus… eine Kopie ihrer vergangenen.

Okay, das muss nicht immer falsch sein. Aber Hand aufs Herz, die Herausforderungen, denen sich ein engagierter Mensch heute stellt, sind anders. Wir leben in einer Epoche des offenen Werdens, in der wir mit der Selbst-Beschleunigung von Prozessen umgehen müssen. Man muss immer häufiger und schneller entscheiden, bei wachsender Ungewissheit. Das schaffen wir nicht mit der Ausrüstung von gestern.

Deshalb sind die somatischen Marker wichtig. Als Brücken zur Zukunft. Diese Brücken sind Punkte, die sich im Körper-Fleisch befinden und die man von außen aktivieren kann. Wichtige Somatic-Marker sind z.B.: Fontanelle, Stirn, Bauch / Nabel-Zone, Knie und andere.

Alles, was sich im Mind abspielt, kann man im Körper orten.
 
Gefühle erkennen und…. Managen. Nicht unterdrücken!

Ohne Gefühle könnte zwar rational entschieden werden, aber der
Entscheider hätte gar kein Interesse daran.
Also kein rationales Verhalten ohne Gefühle.

Dr. Maja Storch ist Psychologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Zürich. Sie hat ein sehr empfehlenswertes Buch zum Thema geschrieben: „Das Geheimnis kluger Entscheidungen“, Pendo-Verlag Zürich. Darin und in zahlreichen Interviews beschreibt sie, das gute Entscheidungen aus dem Zusammenspiel von Verstand und Gefühlen entstehen: Gute Entscheidungen sind die, bei denen Verstand und somatische Marker zum selben Ergebnis kommen. Storch: „Eine Handlung, die man nur mit Bauchschmerzen vollzieht, ist aus psychologischer Sicht immer suboptimal abgestützt.“

Im Seminar DER DURCHBRUCH werden verschiedene Übungen eingesetzt, welche die Somatischen Marker aktivieren. Professor Richard Dawkins (lt. Spiegel 43/2006 der einflussreichste Biologe unserer Zeit) beschreibt in seinem Buch „Der entzauberte Regenbogen“ (Reinbek 2000) einige Fakten, die zumindest in Ansätzen erklären können, wie die Wirkung ist. Dawkins bittet seine Leser, ein Experiment zu machen. Man soll sich solange um die eigene Achse drehen, bis einem wirklich schwindelig wird. Und dann soll man stehen bleiben und geradeaus blicken. Und wenn man das genauso macht, dann passiert tatsächlich das, was er vorhersagt: Man bleibt stehen, aber die Umwelt scheint sich weiterzudrehen.
Der Verstand sagt uns aber ganz eindeutig, dass sich die Drehung definitiv nicht mehr fortsetzt, aber die Welt dreht sich trotzdem immer weiter. Teile der oben erwähnten Durchbruch-Übungen basieren auf diesem Phänomen.
Was läuft da in dem Gehirn ab? Die Netzhaut-Bilder, so schreibt Dawkins, bewegen sich definitiv nicht. Aber jeder Mensch hat Beschleunigungs-Messer in den Ohren. Das sind sensible Instrumente, die die Bewegung der Flüssigkeit in den sogenannten Bogengängen wahrnehmen und monitorisieren. Und diese Beschleunigungs-Messer teilen dem Gehirn mit, dass sich der Körper immer noch drehe. Aber das tut er nicht. Nur das Gehirn bekommt diese Information, weil man sich zu lange gedreht hat, und weil die Beschleunigungsmesser noch nicht gestoppt worden sind. Also bekommt das Gehirn eine falsche Wirklichkeit zugespielt. Und dementsprechend beginnt das Gehirn, darauf zu reagieren, und zwar wie folgt: Das Gehirn „weist seine Software an, in der virtuellen Realität eine rotierende Welt zu sehen“ (Dawkins). Aber nun bewegen sich die Bilder auf der Netzhaut ja gar nicht. Und sofort bemerkt das Software-Programm, also unser Bewusstsein, dass da eine Diskrepanz ist. Und es versucht sofort, diese Diskrepanz auszugleichen, indem es sich in die entgegengesetzte Richtung dreht.
Dawkins schreibt, dass die (für die virtuelle Realität zuständige) Software sich zuruft: „Ich weiß von den Ohren, dass ich mich drehe. Damit das Modell stillsteht, muss ich es deshalb im Vergleich zu den Informationen, die die Ohren mir schicken, in umgekehrter Richtung in Rotation versetzen.“ In Wirklichkeit melden die Netzhäute aber keine Drehung. Schon deshalb sehen wir die scheinbare Drehung, und zwar ganz real und auch sehr heftig. Wir sehen den Ausgleich. Und weil dieser Ausgleich (das Virtuelle) überhaupt nicht den Automatismen des Körpers entspricht, und schon gar nicht den Erwartungen (Wirklichkeiten) unserer Bewusstheit, deshalb nehmen wir sie so intensiv wahr. Mit anderen Worten:

Wir durchbrechen unsere Wirklichkeit, um mit einer Wirklichkeit fertig zu werden, für
die wir keine vorgefertigten Muster haben.

[
[Quelle: Mind-Letter 4-6/2006 des Institutes für Zukunfts-Beratung]

So reichen schon einige wenige Bewegungen oder bestimmte, 'belegte', Körperhaltungen, um eine vergleichbare Erfahrung auszulösen. Der Nobelpreisträger Gerald M. Edelman nannte diese ein "motorisches Ensemble". Die Wirkung ist nachhaltig und kann jederzeit im Alltag abgerufen werden.

Finanzprofessor Günter Löffler erklärt in der Welt am Sonntag vom 19.10.2008, wie die Psyche in der Krise unser Handeln beeinflusst: Nicht dem ersten Impuls nachgeben!

Löffler: „Ja, die Sparer sind verunsichert. Und in dem Maße, wie sich ihre Wahrnehmung einer bisher für selbstverständlich gehaltenen Sicherheit verändert, sind sie anfällig für den Einfluß von Gefühlen, in diesem Fall je nach Typ Sorge, Angst oder Panik.“

Frage: „Was passiert denn genau im Kopf, wenn sie einem Kollegen erzählen, sie hätten Gold gekauft oder ihr Tagesgeld in eine Bundesanleihe getauscht?“
Löffler: „Das Gehirn wird in Alarmbereitschaft versetzt. Das soll uns dazu bringen, schnell zu reagieren und uns in Gefahrensituationen zu behaupten. Oft überlagert die Angst dann die Vernunft, weil in der Evolution gerade schnelle Reaktionen das Überleben sicherten.“

Frage: „Sagt man nicht, Angst sei ein schlechter Ratgeber?“
Löffler: „Es geht darum, nicht unbedingt dem ersten Impuls nachzugeben, sondern das Korrektiv einzusetzen, das der Emotion entgegenwirkt. Also abzuwägen, welche meiner Ängste sind begründet, welche nicht?“

 

„Am besten wird am Ende der Bestvorbereiteste
dastehen. Der mit der größten Disziplin.
Der, der vorausgeahnt hat,
was geschehen würde, und seine
Emotionen ausschalten konnte.“

[Theodore Weisberg, Finanzmakler]

 

 

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